07.10.2026 Wasserstoff-Grundlagenforschung

Wasserstoff aus Meerwasser: SeaEly zeigt neue Wege

Wie geeignet sind Meer- und Brackwasser für die Wasserstoffproduktion? Welche technischen Voraussetzungen sind dafür notwendig? Das hat das vom BMFTR geförderte Grundlagenforschungsprojekt SeaEly untersucht.

Das Bild zeigt einen Pilotteststand für die Analyse von Elektrolysestacks unter Nutzung von verschiedenen Elektrolyten am Fraunhofer IWES.
© Fraunhofer IWES

Bislang benötigen Elektrolyseure in der Regel sehr reines und entsprechend aufbereitetes Wasser. Die direkte Nutzung von Meerwasser ist jedoch vor allem für küstennahe und maritime Anwendungen interessant. Beispielsweise könnte Strom aus Offshore-Windenergie direkt zur Wasserstoffproduktion eingesetzt werden. Der erzeugte Wasserstoff lässt sich anschließend speichern, transportieren und als Rohstoff für die Industrie, zur Energieversorgung oder zur Herstellung von Ammoniak und synthetischen Kraftstoffen nutzen.

Zuverlässige Membranen für die Elektrolyse

Im Projekt SeaEly untersuchten Forschende, wie weit sich die aufwendige Reinigung des Meerwassers reduzieren lässt, ohne die Elektrolyseure und ihre Komponenten zu stark zu belasten. Sie entwickelten dafür unter anderem neue Membranen und einen speziellen Prüfstand. Damit haben die Projektbeteiligten Materialien unter verschiedenen Bedingungen getestet und Veränderungen wie Ablagerungen, Korrosion oder Alterung genau untersucht.

Eine besondere Herausforderung sind die im Meerwasser enthaltenen Salze und anderen Stoffe. Sie können unerwünschte chemische Reaktionen hervorrufen, sich auf den Bauteilen ablagern und Materialien angreifen. Deshalb ist entscheidend, Membranen und andere Komponenten zu entwickeln, die auch unter diesen anspruchsvollen Bedingungen möglichst lange zuverlässig funktionieren.

Verschiedene Elektrolyseverfahren im Test

Zusätzlich entstand ein weiterer Prüfstand, der verschiedene Elektrolyseverfahren – darunter PEM-, alkalische und AEM-Elektrolyse – mit Brack- und Salzwasser testen und miteinander vergleichen kann. Vielversprechende Materialien lassen sich damit schrittweise von kleinen Laborzellen auf größere Systeme übertragen.

SeaEly hat damit wichtige Grundlagen für die direkte Nutzung von Meer- und Brackwasser zur Wasserstoffproduktion geschaffen. Nachdem erste Untersuchungen die grundsätzliche Machbarkeit betrachtet haben, geht es nun vor allem darum, die Langzeitstabilität der Systeme zu untersuchen. Im Mittelpunkt stehen dabei Alterung, Korrosion und Ablagerungen sowie die Frage, wie die Zusammensetzung des verwendeten Wassers die Lebensdauer der Elektrolyseure beeinflusst.